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Regelwerk
"Mann, Mann, Mann. Da krachen irgendwelche Leute zusammen und alle liegen drunter und drüber. Was ist denn da los ?", war meine erste Frage, als ich mir ein American Football Spiel bei den Bulls ansah. Mein netter Sitznachbar (ich weiß bis heute nicht, wer er überhaupt war ?!) im Stadion, erklärte mir behutsam, worum es eigentlich geht. Es hat nicht lange gedauert, bis ich begriff. Und umso länger ich mir das Spiel anschaute, umso interessanter wurde es für mich. Es geht hier um Taktik und Raumgewinn "Schach auf Rasen", wie ich mein Sitznachbar zitieren darf.
In der Tat ist American Football ein taktisches Spiel, und tatsächlich vergleichbar mit Schach. Nur wer die Spielzüge beherrscht und die Absichten des Gegners frühzeitig erkennt, kann das Spiel gewinnen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass man es mit Menschen und nicht mit Figuren spielt.
Um den Sinn des Spiels zu begreifen, bedarf es natürlich Regelkenntnisse. Man erkennt schnell, dass man als Spieler gewisse Fähigkeiten mitbringen muss, denn nicht nur das Gewicht, die körperliche Beschaffenheit oder die rohe Kraft zeichnen einen Athleten in Football aus, sondern auch die geistige Fähigkeit, schnelles Denken und überlegtes Handeln, sowie die absolute Disziplin, den Willen zu lernen, das Gelernte anzuwenden und den Willen Leistungen zu erbringen.
Frank Kiez
Und hier nun die Regeln in American Football :
Sinn des Spiels ist es, Raumgewinn zu erzielen !
Mit einem Münzwurf vor Beginn der Partie wird entschieden, welche Mannschaft den Ball als erstes kicken darf. Das Spiel und die 2te Halbzeit beginnen grundsätzlich mit einem Kick-Off, mit dem der gegnerische Angriff ins Spiel gebracht wird.
Dort, wo der gekickte Ball aufgenommen oder der Ballträger gestoppt wird, beginnt anschließend die Angriffsmannschaft ihr Spiel. Die jeweilige Angriffsmannschaft (Offense) hat 4 Versuche, um mit dem Ball eine Distanz von mindestens 10 Yards (9,4 Meter) zu überwinden. Schaffen sie dies, erhalten sie 4 neue Versuche. Dabei kann der Ball geworfen (Pass) oder getragen (Lauf) werden. Für Zuschauer, Spieler und Schiedsrichter steht am Spielfeldrand eine Kette und ein so genannter Downanzeiger. Sie zeigen wo sich der Ball befindet, der wievielte Versuch gespielt wird und wie weit noch die Distanz für einen neuen 1. Versuch ist.
Am Ende des Spielfeldes befindet sich die Endzone. Ziel der Offense ist es nun, mit dem Ball in diese Endzone zum so genannten Touchdown (zählt 6 Punkte) vorzudringen. Aufgabe der Verteidigung (Defense) ist es natürlich, den Raumgewinn d er gegnerischen Offense zu verhindern und so den eigenen Angriff ins Spiel zu bringen. Gelingt es der Defense einen gegnerischen Ball zu erobern, wechselt auch das Angriffsrecht. Die Defense kann aber auch versuchen, den eroberten Ball in die gegnerische Endzone zu tragen und somit selbst Punkte erzielen. Schafft es eine Angriffsformation nicht, einen neuen ersten Versuch (First Down) zu erzielen, wechselt nach dem vierten Versuch automatisch das Angriffsrecht. Meist kickt man im vierten Versuch den Ball zum Gegner (Punt), um ihm eine schlechtere Feldposition zu bescheren und damit die Arbeit für die eigene Verteidigung zu erleichtern.
Das Spiel ist aufgeteilt in vier Viertel (Quarter) zu je 12 Minuten. Nach dem 2ten Quarter ist eine Halbzeitpause (15 Minuten). Die Spieluhr wird in der Regel nach einem Down kurz angehalten und startet auf das Signal des Hauptschiedsrichters wieder.
Die Positionen in American Football
Je nach seiner körperlichen Beschaffenheit, Größe und Gewicht wie auch Schnelligkeit, Wendigkeit, Kraft und Ausdauer bekommt ein Spieler seine Position.
Die Offense Positionen
Der Quarterback : Der Spielmacher auf dem Feld. Seine Stärke liegt im Werfen. Er entscheidet, ob es ein Passspiel oder Laufspiel wird. Meistens ist das ein erfahrener Spieler, der das "richtige" Auge für seine Mitspieler hat. Er sollte auch Führungskraft besitzen. Oft sind es größere und kräftigere Spieler.
Die Offenseline : Die vorderste Angriffslinie. Die schwersten und kräftigsten Spieler der Mannschaft. Hier sind die Spieler nochmals untergegliedert in Guards und Tackles. Die Guards sind grundsätzlich sehr gewichtig und massig gebaut. Die Tackles sind etwas leichter und noch beweglicher. Eine gute Offenseline ist die Garantie und Schutz für den Quarterback und Runningbacks. Sie gelten als die stillen Sieger der Mannschaft, da sie zwar nie den Ruhm ernten, aber die härteste Arbeit "an der Front" leisten müssen.
Der Tight End : Dieser Spieler steht mit an der Offenseline. Er ist oft athletisch gebaut, groß und doch über 90 Kg. Er kann blocken, aber auch Passrouten laufen. Seine Fähigkeit liegt in der Fangsicherheit und in Blockingarbeit.
Die (Wide) Receiver : Schnelle Sprinter, die bestimmte vorgegebenen Passrouten laufen müssen. Es sind schlanke Spieler mit einer ausgezeichneten Fangtechnik. Sie gelten als die Punktejäger in der Mannschaft.
Die Runningbacks : Ballträger, die sehr schnell und Wendigkeit sind. Auch müssen sie Blockarbeit für ihren Quarterback leisten. Daher werden sie oft als die persönliche Leibwache bezeichnet. Auch hier unterscheidet man : Der Fullback und der Halfback. Während der Fullback kräftiger gebaut ist und nur für kurze Distanzen eingesetzt wird, ist der Halfback meist klein, schnell und schwer zu stoppen.
Die Defensive Positionen
Die Defenseline : stehen der Offenseline direkt gegenüber. Ähnlich wie der Offenseline gibt es auch hier die Tackles und zusätzlich die Ends. Die Tackles massig gebaute und kraftvolle, und die Ends bewegliche kräftigere Spieler. Ihr Job ist es Druck auf die Offense zu machen, gegebenenfalls den Quarterback oder Ballträger frühzeitig zu Boden zu bringen.
Die Linebackers : Die zweite Verteidigungsreihe. Auch hier unterscheidet man zwischen Middellinebacker und Outsidelinebacker. Der Middellinebacker, wie der Name schon sagt, steh mehr in der Mitte und ist vorwiegend für Laufspiele durch die Mitte verantwortlich. Die beiden Outsidelinebacker müssen die Außenseite gegen Laufspiel, aber auch gegen kurze Pässe verteidigen.
Der Cornerback : Steht den Receiver gegenüber und hat die Aufgabe den Receiver zu "beschatten". Er versucht den Gegenspieler an Passfang zu hindern und gegebenenfalls sogar selbst den Ball abzufangen (Interception). Auch hier sind die Spieler etwas kleiner, aber dafür schnell und wendig und müssen zusätzlich über eine gute Kondition verfügen.
Der Saftey :Viele Mannschaften spielen nur mit einen Saftey. Wenn eine zweiter Mann hinten in der Rückraumverteidigung aufgestellt wird, dann nennt man den Strong Saftey. Der Free Saftey steht weit hinten und ist der letzte Mann, der noch ein Ballträger aufhalten kann. Aber er muss auch gegen die Passspiel einsetzbar sein. Der Strongsaftey steht weiter vorne, auf der Seite wo der Tight End steht (Strong Side). Auch er hat ähnliche Aufgaben wie der Free Saftey.
Der Ball Die merkwürdige Form des Footballs macht das Spiel einzigartig. Die Form eignet sich zum Tragen, zum Werfen und zum Kicken. Das Aufspringen des Footballs ist wegen seiner Form unvorhersehbar. Der Football besteht aus feinkörnigem Leder mit einer aufgeblasenen Gummiblase im Inneren. Der offizielle Football der NFL Europe mißt ungefähr 11 bis 11¼ Inches (28 cm lang), und 21¼ bis 21½ Inches (54 cm) (außen herum, in der Mitte gemessen) und wiegt 14 bis 15 Unzen (400 g). Die Bälle, die von Profis, College-, Gymnasial- und Amateurmannschaften verwendet werden, unterscheiden sich etwas in der Größe, im Gewicht und im Aussehen. Bei jedem Heimspiel einer NFLE Mannschaft stehen 24 Bälle zur Verfügung, die von der Heimmannschaft bereitgestellt werden. Vor dem Spiel überprüft ein Schiedsrichter jeden Ball auf den richtigen Luftdruck. |
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